Kurioses aus der Forschung

Uhu Eule oder Lerche – Experten unterscheiden verschiedene Schlaftypen.

Der menschliche Schlaf und die Frage, wie Sonnenlicht unsere innere Uhr und unser Wohlbefinden beeinflussen, geben Wissenschaftlern bis heute noch viele Rätsel auf. Die letzten Jahre haben allerdings viele neue Erkenntnisse erbracht. Lesen Sie hier Wissenswertes aus der Schlafforschung und erfahren Sie, warum die Stimmung gerade in der dunklen Jahreszeit so häufig auf den Nullpunkt sinkt.

Spannende Fakten im Schnell-Check

Wussten Sie schon, dass…

…chronischer Schlafmangel dick macht, die Gedächtnisfunktion verschlechtert und das Immunsystem schwächt?

…die Produktion des Schlafhormons Melatonin in einer langen Winternacht verglichen mit einer Sommernacht um ein Vielfaches steigt?

… menschliche Nähe den Stresspegel senken und die Erholung fördern kann?

…Müdigkeit und Antriebslosigkeit Zeichen eines Vitamin-D-Mangel sein können?

…nicht nur die benötigte Schlafdauer, sondern auch der Rhythmus der Schlafzeiten von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist?

…der 24-Stunden-Rhythmus in jeder Körperzelle abgespeichert ist und die gesamte Biochemie des Körpers einer Tagesstruktur unterliegt?

…die Gene der inneren Uhr vererbt werden und so schon bei der Geburt festgelegt ist, ob jemand eher zum Nachtmenschen oder zum Frühaufsteher tendiert?

… ein Spaziergang bei schlechtem Wetter immer noch die 10-fache Lichtmenge dessen bringt, was man in Büro oder Wohnung „abbekommt“?

…das Gähnen offenbar die Funktion hat, unser Gehirn in anstrengenden Situationen wach zu halten?

…das Gähnen meist rund sechs Sekunden dauert und häufig einige Male hintereinander geschieht?

…das Gähnen durch Veränderungen der Gehirnchemie ausgelöst werden?

…Schlaf wie ein natürliches Anti-Aging-Programm wirkt?

Langschläfer oder Kurzschläfer?

Wie viel Schlaf wir brauchen, ist individuell sehr unterschiedlich.

Uhr Eule oder Lerche – Experten unterscheiden verschiedene Schlaftypen.
  • Die meisten Menschen fühlen sich nach sieben bis neun Stunden Schlaf fit.
  • Extreme Kurzschläfer hingegen sind schon nach einem „Nickerchen“ von vier bis fünf Stunden wieder frisch.
  • Echte Langschläfer sind erst nach zehn, elf Stunden ausgeschlafen.
Gut zu wissen: Neben der Schlafdauer hat vor allem auch die Schlafqualität einen wesentlichen Einfluss darauf, wie fit wir uns fühlen!

Eule oder Lerche: Chronotypen in der Schlafforschung

Was Forscher mit dem Begriff Chronotyp bezeichnen, umfasst eine Kategorisierung von Menschen, deren innere Uhr jeweils unterschiedlich tickt:

  • Die „Eule“ kommt morgens kaum aus den Federn, läuft aber am Abend zur Hochform auf.
  • Die „Lerche“ ist ein Frühaufsteher und geht abends gerne früh ins Bett.
  • Der „Normaltyp“, dem wohl die meisten Menschen angehören, liegt irgendwo dazwischen.

Zu welcher Gruppe man gehört, ist genetisch festgelegt. Dennoch sind in Abhängigkeit vom Lebensalter durchaus Veränderungen zu beobachten. So sind kleine Kinder und ältere Menschen meistens Lerchen, während Jugendliche eher zu den Eulen gehören.

Viel mehr als bisher angenommen bestimmt unsere innere Uhr und damit auch unser Chronotyp, wann wir konzentriert arbeiten und wann wir gut schlafen können. Dennoch müssen viele Menschen gegen ihre innere Uhr leben und arbeiten. Nicht immer kann man das ändern.

Was hilft, wenn man gegen seine innere Uhr arbeiten muss?

  • Ausreichend Pausen und Erholungsphasen einplanen.
  • Regelmäßige Schlafzeiten einhalten.
  • Über den Tag verteilt möglichst häufig ins Freie gehen (Tageslicht!).
  • Sport treiben, am besten an der frischen Luft.
  • Schwierige Arbeiten, die hohe Konzentration erfordern, möglichst zu der Tageszeit erledigen, zu der man besonders leistungsfähig ist.

Winterblues – wenn Lichtmangel aufs Gemüt schlägt

Lichtentzug ist ein Stimmungskiller. Diese Erfahrung machen viele von uns Jahr für Jahr in der dunklen Jahreszeit und sprechen dann vom „Winterblues“. Heute ist dieses Phänomen auch wissenschaftlich untersucht und belegt. Wie ausgeprägt die Folgen des Lichtentzugs sind, ist individuell unterschiedlich. Doch was passiert eigentlich im Körper? Forscher beginnen jetzt erst die Macht des Tageslichts (und des Lichtentzugs) auf Körper und Seele zu verstehen. Dabei spielen offenbar folgende Substanzen, die der Körper selbst bilden kann, eine wichtige Rolle.

Melatonin Serotonin Vitamin D
Was ist das? „Schlafhormon“ „Glückshormon“ „Sonnenhormon“
Wo wird es gebildet? Im Zwischenhirn u. a. im Zentralnervensystem In der Haut
Wann wird es gebildet? Bei Dunkelheit, Tageslicht hemmt die Melatonin-Produktion Wahrscheinlich vermehrt bei Licht, bei Dunkelheit sinken die Serotonin-Spiegel Bei Lichteinfall auf die Haut
Das passiert im Winter Zu viel Melatonin
(auch tagsüber)

Mögliche Folgen:
Müdigkeit und Schläfrigkeit
Zu wenig Serotonin


Mögliche Folgen:
Schlechte Laune, Ängstlichkeit, Aggression, Depressionen, gesteigerter Appetit
Zu wenig Vitamin D


Mögliche Folgen:
Müdigkeit, Antriebslosigkeit, depressive Verstimmungen

Winterdepression

Bei manchen Menschen wächst sich die winterliche Melancholie zur echten Depression aus. Dann sprechen Mediziner von einer Winterdepression (englisch: Seasonal affective Disorder, SAD). Dabei handelt es sich um ein anerkanntes Krankheitsbild. Während bei der klassischen Depression eher Angst- und Minderwertigkeitsgefühle typisch sind, treten bei der Winterdepression die gedrückte Stimmung, Müdigkeit und Heißhungerattacken in den Vordergrund.

Eine echte Winterdepression

  • …tritt bei Frauen dreimal so häufig auf wie bei Männern.
  • …hält bis zu fünf Monate lang an.
  • …tritt immer in der dunklen Jahreszeit auf.
  • …ist durch vermehrtes Schlafbedürfnis, Antriebslosigkeit und Heißhungerattacken (vor allem auf Süßes) gekennzeichnet.
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